Warum lehnen Airlines Entschädigungen ab, auch wenn ein Anspruch besteht?

Sie haben den Antrag abgeschickt, wochenlang gewartet, und dann kam die Antwort: „Sehr geehrter Fluggast, wir lehnen Ihren Entschädigungsanspruch aufgrund außergewöhnlicher Umstände ab.“ Sieht nach Ende aus.

Von wegen. Für Airlines ist die Ablehnung vor allem eine automatisierte Verkaufstaktik. Sie setzen darauf, dass die meisten Fluggäste nach dem ersten „Nein“ aufgeben.

Stellen Sie sich vor, Sie wären Finanzchef einer Airline. Sie haben einen verspäteten Flug mit 180 Passagieren, jeder mit Anspruch auf 400 €. Das sind 72.000 € für einen einzigen Flug. Würde die Airline jeden Antragsteller auszahlen, wären die Verluste enorm. Deshalb werden Anträge automatisiert verarbeitet, und die Ablehnungsgründe sind entweder pauschal oder schlicht unwahr.

Aus unserer Erfahrung sind die meisten von Airlines abgelehnten Anträge tatsächlich berechtigt.


Was ist (und was ist nicht) ein außergewöhnlicher Umstand?

„Außergewöhnliche Umstände“ ist die beliebteste Ausrede. In der Praxis bedeutet das: Die Airline wird von der Zahlungspflicht befreit, wenn sie nachweist, dass die Verspätung außerhalb ihrer Kontrolle lag. Das Problem: Airlines versuchen, unter diesem Begriff alles zu verstecken.

Echter außergewöhnlicher Umstand (Airline zahlt nicht):

  • Flughafensperre wegen Schneesturm, extremem Nebel oder starkem Wind
  • Streik der Flugsicherung (ATC) oder Sicherheitskontrollen
  • Terrorbedrohung oder Sperrung des Luftraums durch staatliche Behörden
  • Vogelschlag, der nachweislich die Verspätung verursacht hat

Häufige Ausreden, die Gerichte regelmäßig zurückweisen:

  • Crewmangel oder vorgeschriebene Ruhezeiten – die Airline muss Reservekapazitäten haben
  • Streik der eigenen Piloten oder Flugbegleiter – internes Managementproblem
  • „Das Flugzeug kam spät vom Vorflug“ (Dominoeffekt) – die ursprüngliche Ursache muss geprüft werden
  • Üblicher technischer Defekt – Standardbestandteil des Betriebs

Technischer Defekt am Flugzeug: die häufigste ungültige Ausrede

Der häufigste Satz in Ablehnungsmails: „Die Verspätung wurde durch einen unvorhersehbaren technischen Defekt verursacht. Die Sicherheit der Fluggäste hat für uns oberste Priorität, daher besteht kein Anspruch auf Entschädigung.“

Der Gerichtshof der EU hat dazu klar entschieden: Defekte, die zum normalen Betrieb einer Fluggesellschaft gehören, sind kein außergewöhnlicher Umstand. Airlines sind verpflichtet, ihre Flugzeuge zu warten und Ersatzlösungen bereitzuhalten. Geht ein Bauteil kaputt, handelt es sich in der Regel um Verschleiß durch hohe Auslastung – betriebliche Verantwortung der Airline.

Die einzige Ausnahme ist der sogenannte „versteckte Herstellungsfehler“, vom Hersteller bestätigt (z. B. Produktionsfehler bei Boeing). Der ist extrem selten. In der überwältigenden Mehrheit der Fälle handelt es sich um einen Defekt im Zusammenhang mit der normalen Wartung.


Wie wehren Sie sich nach einer Ablehnung?

Sie haben im Grunde drei Optionen.

1. Erneut die Airline kontaktieren

Sie antworten auf die Ablehnung mit konkreten Argumenten (Datum, Ankunftszeit, Flugdaten). Führt meist leider zu nichts – die automatisierten Systeme der Airline schicken die nächste Standardantwort.

2. Beschwerde bei der nationalen Luftfahrtbehörde

Die Behörde kann die Airline zwingen, den Fall zu überprüfen. Nachteil: Das Verfahren dauert Monate und führt nicht immer zu einer direkten Auszahlung.

3. Den Fall an Refundio übergeben

Refundio übernimmt auch bereits abgelehnte Fälle. Wir werten die Flugdaten aus, prüfen die tatsächliche Ursache der Verspätung, und liegt ein Verschulden der Airline vor, eskalieren wir den Fall – inklusive Gerichtsverfahren auf eigene Kosten. Die Erfolgsquote bei angenommenen Fällen liegt bei 98 %.


Wie Refundio abgelehnte Fälle gewinnt

  1. Flugdaten und Rotationen: Wir werten nicht nur die Daten des betroffenen Fluges aus, sondern auch die vorherigen Rotationen des Flugzeugs. Behauptet die Airline „Wetter“, bestätigen die Daten das aber nicht, können wir es widerlegen.
  2. Airlines kennen uns: Kommuniziert der Vertreter der Airline nicht oder belegt seine Behauptungen nicht mit Beweisen, reichen wir sofort Klage ein. Mit einem internationalen Anwaltsteam decken wir ganz Europa ab.

Refundio arbeitet nach dem Prinzip „No win, no fee“: Gewinnen wir nicht, zahlen Sie keinen Cent. Im Erfolgsfall berechnen wir 35 % (inkl. USt.) der ausgezahlten Entschädigung. Keine versteckten Gebühren.

Abgelehnten Fall an Refundio übergeben →